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Urbane Praxis

Urbane Praxis ist künstlerisches Handeln aller Sparten in Bezug auf Stadt, in den Dimensionen des Sozialen, Räumlichen, der Bildung und der Erfindung möglicher Zukünfte (Stadtplanung / Stadtentwicklung). Urbane Praxis verbindet die Künste mit anderen Feldern, denn das Urbane ist das Vielfältige und Gemeinsame. Urbane Praxis überwindet disziplinäre Denkmuster und agiert explizit non-disziplinär. Sie integriert dabei künstlerische Strategien aus der Architektur, der bildenden Kunst, der darstellenden Künste, des Tanzes, der Literatur, des Films und vielen weiteren Kunstfeldern, weil sie sich nicht für die Abgrenzung interessiert, sondern für die potentiale der Verknüpfung!

Das Urbane Praxis program ist kuratiert von Gilly Karjevsky & Rosario Talevi.


Die Urbane Praxis Residencies stehen fest!

Wir bedanken uns bei den fünf Finalist:innen und der Jury für ihre Teilnahme und ihren Enthusiasmus!
Wir konnten in einer fantastischen öffentlichen Jury Sitzung viel über die Praxis und Projekte der verschiedenen Teilnehmer:innen erfahren.
Mehr Details zu den ausgewählten Projekten und der Umsetzung an der Floating University folgen im März.

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Open Call: Öffentliche Jurysitzung am 18.02.2021

Zum Online event: Floating University Livestream

Am 18. Februar 2021 von 18 bis 21 Uhr lädt die Floating e.V. zur öffentlichen Jurysitzung des Open Calls der Urbanen Praxis Residency ein. Die fünf Finalist:innen werden ihre Projektvorschläge für den Ort der Floating University Berlin vorstellen, begleitet von einer offenen Frage- und Antwortrunde mit der Jury und dem Publikum. Wir freuen uns über alle, die der Sitzung beiwohnen und im Austausch mit uns und den Juror:innen den Begriff des öffentlichen Raumes weiter hinterfragen, herausfordern und erweitern.

Die fünf Finalist:innen sind

Bostjan Bugaric, Christina Serifi, Elian Stefa mit UAU! Urban Activation Unit

Nina Fischer, Maroan El Sani mit Art, Activism, Splitting Communities

Zoe Claire Miller, Marco Schmitt  mit Exorcier-Raku

Kavita Meelu mit Berlin as a Diasporic Foodscape

Maternal Fantasies mit Pflegen,Reime, Feigen: On Caring Coexistences

Juror:innen

Dorothee Halbrock. Vorstandsmitglied und Leiterin des Projekts Hallo: Verein zur Förderung raumöffnender Kultur e.V. und PARKS

Aljoscha Hofmann.  Architekt und Teamkoordinator für strategische Standortentwicklung bei Tempelhof Projekt GmbH. Think Berl!n | Initiative StadtNeudenken

Dr. Sabine Kroner. Projektleiterin Berlin Mondiale. Mitglied des Rat für die Künste

María Inés Plaza Lazo. Kunsthistorikerin und Kuratorin. Gründerin von Arts of the Working Class und L’Union des Refusés, eine internationale Organisation für Arbeiter:innen Rechte.

Dr. Tatjana Schneider. Architektin und Akademikerin. Leiterin des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt an der TU Braunschweig.

Dr. Sumugan Sivanesan. Anti-disziplinärer Künstler, Forscher, Broadcaster und Autor. Produzent von Fugitive Radio, anti-koloniale Medien und Musik, und organisiert Black Earth Climate Justice Collective.

Die Veranstaltung am 18. Februar um 18 Uhr (CET) wird moderiert von

Jennifer Aksu. Urbanistin und Kulturmanagerin. Mitbegründerin und künstlerische Leitung von Invisible Playground

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URBANE PRAXIS – eine (Arbeits-) Definition

 

Tief verwurzelt in den Künsten arbeitet die Urbane Praxis als eine transformatorische Praxis daran, die sozio-politischen, räumlich-kulturellen, ökologischen und pädagogischen Sphären des Urbanen zu verweben. Sie kann als transversaler Ansatz verstanden werden, urbane Transformation neu zu denken und umzusetzen – und wird besonders dann interessant, wenn sie die Stadt in ihrer ganzen Komplexität adressiert.

Wir verorten die Urbane Praxis in folgenden fünf Bereichen:

Praxis / Disziplinen / Ansätze / Prozesse

Urbane Praxis ist kein streng begrenztes Feld, sondern spielt sich an den Übergängen unterschiedlichster Disziplinen ab: durch inter- / multi- / trans- / extra- / anti- und nicht-Disziplinarität werden neue Formen des Tuns und Denkens. In Bezug auf komplexe und relationale Definitionen – wie die der Spatial Practice (Rendell), Social Practice oder Socially-based Art (Bishop) – kann Urbane Praxis mit den meisten künstlerischen Feldern, die mit der Stadt verbunden sind, assoziiert werden.

Ort / Ebenen / Umwelt / Arbeit / Material

Urbane Praxis steht immer im Zusammenhang mit einem Ort und dem wachsenden Verständnis des Ort-Seins. Ein Ort ist mehr als sein geografischer Standort und seine Materialität. Er konstituiert sich auf einer Vielzahl von Ebenen: über Objekte, Körper, Gebäude, Städte; auf menschlicher, urbaner und planetarischer Ebene. Orte haben Affekt und agency welche auf Künstler:innen und ihre Praxis einwirken. Der Prozess, an einem spezifischen Ort zu verweilen und mit ihm zu arbeiten, ist das Herz der urbanen Praxis.

Kollektivität / Öffentlichkeit / Werte / Formen

Urbane Praxis ist gesellig und kollektiv. Sie bietet Gemeinschaften eine Plattform um zusammenzukommen, zu kollaborieren, zu debattieren und Unterschiede zu verhandeln. Öffentlichkeit ist durch das Schaffen solidarischer Netzwerke, dem Aufbau langlebiger Beziehungen und der Förderung eines am Gemeinwohl orientierten, horizontalen Austausches Teil der Urbanen Praxis. Ohne diese Öffentlichkeit bleibt Urbane Praxis rein spekulativ.

Konzepte / Theorien / Diskurs / Kritisches Denken

Die Urbane Praxis gründet sich auf verschiedenen Traditionen des Kritisches Denkens und überträgt diese auf den Prozess des Machens. Dieses Wechselspiel zwischen Machen und Denken (thinking-making) wird von Theorien der Ethics of Care untermauert. Dies umfasst unter anderem das Recht auf Stadt; das Recht zur Reparatur; dekoloniale Studien; post-humanes Denken; ökologisches Bewusstsein; Allmende; kritische Raumtheorie und institutionelle Transformation. Indem verkörpertes, situatives, angewandtes und ortsspezifisches Wissen gleichwertig behandelt werden, bricht Urbane Praxis Hierarchien des Wissens auf.

Kontext / Situation / Zusammenhang / Fiktion

Urbane Praxis fordert rigide, hegemoniale Narrative heraus. Indem eine kritische Praxis durch kontextuelle, relative und situationsbedingte Logik etabliert wird, kreiert sie alternative Vorstellungen für einen Ort, eine Gemeinschaft, eine Stadt oder eine Gesellschaft. In der Urbanen Praxis ist es daher unabdingbar, sichtbare wie unsichtbare Dynamiken anzuerkennen, Interventionen in materiellen wie immateriellen Zuständen zu schaffen und zwischen dem Privaten, dem Öffentlichen und Gemeingütern zu navigieren.luiert: ihre Relevanz für den Ort der Floating University (sowohl in Bezug auf das Regenwasserrückhaltebecken als auch zum Verein); der Beitrag des Projekts zur Urbanen Praxis; ihrer ästhetischen Leistung sowohl in Gestaltung als auch Wissen.

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Urbane Praxis Residency an der Floating University
Bewerbungsschluss: 15. Januar 2021

Der Open Call für Urbane Praxis 2021 des Floating e.V. richtet sich an in Berlin ansässige Künstler:innen, sich mit einem praxis- und forschungsorientierten Programm für die Residency an der Floating University zu bewerben. Wir freuen uns über Projektvorschläge, in denen der Ort der Floating University und/oder die Stadt Berlin unmittelbar in die Arbeit eingebunden werden. Der Begriff der Urbanen Praxis soll hinterfragt, reflektiert und weiterentwickelt werden. Wir sind besonders interessiert an hybriden Ansätzen in Herangehensweise, Forschung und Praxis – und begrüßen experimentelle Formate und Ausdrucksformen, die die Grenzen von Disziplinen überschreiten. Performance, Spaziergang, Skulptur, Installation, urban games, Projektion, Text, Podcast: Das Format der Projekte ist offen, sie können forschungs- oder prozessorientiert sein, einmalig oder in Reihe stattfinden.

Von März bis Oktober 2021 werden die ausgewählten Künstler:innen ihr vorgeschlagenes Projekt vor Ort ausarbeiten und zum Abschluss im öffentlichen Rahmen präsentieren. Während der Zeit der Residency sind die Künstler:innen eingeladen, auf dem Gelände der Floating University zu arbeiten und den Ethos des Floating e.V. in ihre Arbeit zu integrieren. Der Floating e.V. ist ein selbstorganisierter Zusammenschluss von Menschen unterschiedlichster Hintergründe, die kollaborativ, kooperativ, fantasievoll und zukunftsorientiert arbeiten. Die Residents erhalten vollen Zugang zum Ort, kuratorische Beratung und Betreuung sowie Produktionsunterstützung – abhängig von Bedürfnissen und Verfügbarkeit. Die Residents erhalten jeweils 6.000 Euro, zur Deckung aller Kosten und Honorare.

Floating e.V. diskriminiert Menschen nicht aufgrund von Religion, race, Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Gender-Identität, sexueller Orientierung, Alter oder Ableism. Wir arbeiten aktiv daran, Diversität zu fördern und ein inklusives Umfeld für Menschen aus verschiedensten Hintergründen und jeden Alters zu schaffen. Wir möchten insbesondere Personen aus historisch unterrepräsentierten Communities dazu ermutigen, sich zu bewerben, wie FLINT*, BIPoC, LGBTQIA+ Personen oder Menschen mit vielfältigen Fähigkeiten.

Bewerbt euch!

Das Auswahlverfahren ist zweistufig und beginnt mit einer Online-Bewerbung, über die der Projektvorschlag bis 15. Januar 2021 eingereicht wird. Aus den Einsendungen selektiert ein internes Komitee des Floating e.V. fünf Anträge für die engere Auswahl. Diese Finalist:innen erhalten jeweils 250 Euro, um ihre Idee weiterzuentwickeln und anschließend digital zu präsentieren. Diese Präsentationen vor einer internationalen Jury sind öffentlich. Die Jury wird im Austausch mit der Öffentlichkeit die zwei Gewinner:innen auswählen. Die Veranstaltung soll außerdem einen Raum für Dialog bieten und dazu beitragen, Urbane Praxis auszubauen, weiterzudenken und zu definieren.

Bewerbungen werden anhand folgender Kriterien evaluiert: ihre Relevanz für den Ort der Floating University (sowohl in Bezug auf das Regenwasserrückhaltebecken als auch zum Verein); der Beitrag des Projekts zur Urbanen Praxis; ihrer ästhetischen Leistung sowohl in Gestaltung als auch Wissen.

Die öffentliche Jurysitzung wird am 18. Februar 2021 online stattfinden.

Ein umfassendes Dossier zu der Ausschreibung gibt es hier

Phase 1: Aufstellung der Shortlist
Einsendeschluss 15. Januar 2021

  • Eine schriftliche Darstellung der geplanten Arbeit/Recherche (maximal 500 Wörter)
  • Lebenslauf (maximal 2 Seiten)
  • Portfolio (maximal 10 Seiten – 5 MB)
  • Der gesamte Bewerbungsprozess findet digital statt. Bewerbungen, die sich für die Shortlist qualifizieren, werden am 1. Februar 2021 per Email informiert.

Unterlagen sind hier einzureichen

Phase 2: Jurysitzung (online)
18. Februar 18.00 Uhr (CET)

Die fünf Finalist:innen sind eingeladen, ihre ausgearbeiteten Projekte einer Jury und der Öffentlichkeit online vorzustellen. Jede Finalist:in wird mit 250 Euro (brutto) für diese Präsentation vergütet.

Phase 3: Residency
März bis Dezember 2021, genauere Daten nach Absprache

Die zwei ausgewählten Künstler:innen erhalten jeweils einmalig einen Preis von 6.000 Euro (brutto) für die gesamte Dauer der Residency, um Vergütung und Kosten zu decken.

Für weitere Fragen stehen wir gern per Email zur Verfügung
urbanepraxis@floating-berlin.org

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