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Wasser

Wie wird sich das Leben verändern, wenn sich unsere Beziehung zum Wasser wandelt und wir uns von Wasserverbrauchern zu Wasserhütern wandeln? Die Floating University Berlin experimentiert mit utopischen Wasserphantasien und stellt eine städtische Wasserinfrastruktur vor, die die Beteiligung der Öffentlichkeit fordert.

Experimentelle Wassersysteme werden auf allen möglichen Wegen konstruiert. Wasser kaskadiert die Labortreppe hinunter und spiralförmig durch Filter von Pflanzen, Pilzen, Biofilmen, Sand, Aktivkohle und Weichtieren. Diese Filter bewohnen eine Wendelspirale aus Badewannen, einen Membranturm und einen Wanderbettreaktor. Das Wasser nimmt seine Reise auf zur Universitätsküche, zum Bad, Auditorium und dem Gewächshaus.

Die biologischen Filter bewohnen eine „Helix der Badewannen“, die an der Decke des Laborturms aufgehängt ist. Ein „Membranfilter“ verwandelt Regenwasser in Trinkwasser und stellt Wasser für den Abwasch in der Spülkücher zur Verfügung. Ein „Moving-Bed-Reaktor“ filtert unser schmutziges Spülwasser, sodass wir Wasser haben, dass sauber genug ist, um unser Gewächshaus mit 40 Tomatensorten aus ganz Europa zu bewässern.

An der Floating University gibt es vier verschiedene Arten von Wasser zum Experimentieren: Regenwasser, Beckenwasser, Grauwasser und Schwarzwasser.

— REGENWASSER —
Das Regenwasser nimmt einen 6-Kilometer-Fallschirmsprung. Auf seinem Abstieg durch die städtische Atmosphäre absorbiert es Partikelverschmutzung, Schwefeldioxid und Stickoxide. Dieses verdorbene Regenwasser fließt von den Dächern des Universitätsgebäudes und durch ein Sammelsystem, um anschließend wiederverwendet zu werden.

— BECKENWASSER —
Das Beckenwasser kommt von dem Regenwasser, das auf das Tempelhofer Flughafengelände, den Flugplatz und den Columbiadamm herunter kommt. Gegenwärtig sammelt sich diese Mischung aus Automobilöl, Gummi, Zigarettenresten und Müll in unserem großeN Freiluftwasserbecken, in dem die Floating University „schwimmt“, bevor es weiter in das Kanalsystem und zur Spree fließt.

— GRAUWASSER —
Grauwasser ist Wasser, das bei seiner Verwendung „schmutzig“ wird. Es gibt verschiedene „Schattierungen“ von Grauwasser. Zum Beispiel setzt sich das Grauwasser aus unserer Offshore-Küche aus Fett und Lebensmittelpartikeln zusammen, während das Grauwasser von Handwäsche in Badezimmern mit Kolibakterien durchsetzt ist.

— SCHWARZWASSER —
Blackwater ist das schmackhafteste von allen. Schwarzwasser entsteht durch die Interaktion von Toilettenwasser mit menschlichen Abfällen, ist voller Nährstoffe für Pflanzen und Krankheitserregern. Es ist möglich, aerobe Zersetzung zu verwenden, um Schwarzwasser in Dünger und anaerobe Vergärung umzuwandeln, um Methangas zum Kochen zu erzeugen.



Ein grundlegendes Paradigma unserer Forschung an der Floating University ist es, den Wasserkreisläufen von Mutter Erde nachzueifern, anstatt die linearen Abwasserrohre von Corporate Man nachzuahmen. Wasser wird nicht wie Müll auf Mülldeponien fallen. Vielmehr fließt das Wasser den Abfluss hinunter, wird einer organischen Filtration unterzogen und fließt aus dem Ausguss zurück. Die Universität nutzt ihr Wasser, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen – und sie dann wieder zu verwenden, und wieder ihre Bedürfnisse zu erfüllen.

Wie könnte unsere Teilnahme an der städtischen Hydrologie die Gesellschaft zu einem ökologischen Gleichgewicht bringen? Wie werden wir unsere Praktiken an die sich schnell verändernden Städte und Planeten anpassen, um Wasser erschwinglich und reichlich zu halten? Wie können wir radikale Träumer der Utopie sein, während wir unsere Füße auf dem Boden oder im Wasser halten, wie es auch sein mag?

Die Floating University ‚Water Filtration and Infiltration‘-Künstlerin ist Katherine Ball (Artist-in-Residence). Du kannst sie im Water Laboratory Tower besuchen oder sie kontaktieren: water@raumlabor.net. Sie freut sich mit dir zusammenzuarbeiten, zu kontaminieren und neugierig zu sein.




Wasser-Ereignisse während der Open Weeks:

WasserfilterbauWORKSHOP | Bauen und lassen sie wachsen biologische Filter: Pflanzen, Pilze, Sand, Biofilme, Weichtiere, Xylem, Wassergemüse, und Spezialeffekte.
11.05 – 13.05.2018
Mit Katherine Ball (Künstlerin, Detroit)

Wasserfiltern II – Einen »Moving Bed Reactor« bauenWORKSHOP | Lernen Sie, wie Sie einen Moving-Bed-Reaktor bauen: einer Reihe von Tanks, die mit verschiedenen Bakterien geimpft sind und Grauwasser an einem Tag in Badewasser verwandeln können.
6.07-8.07.2018
Mit Katherine Ball (Künstlerin, Detroit)

Was ist des Wassers Ritual? Sich mit dem Wasser verbinden
12.09.2018
Mit Katherine Ball (Künstlerin, Detroit), Alexis de Raphelis (Künstler, Cosne-sur-Loire) und Benoît Verjat (Interface Designer, Paris).

FLOATING SYMPOSIUM | Zwei Tage zur Zukunft des Regenwasserbeckens und der Floating University
08.09 – 09.09.2018