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Event

Sa, 08.09.18 - So, 09.09.18, 11:00 - 20:00
Floating University Berlin, 10965 Berlin, Lilienthalstraße
Symposium

© Daniel Seiffert. raumlaborberlin.

Im April 2018 wurde mit der Floating University Berlin ein Ort zugänglich, der zuvor 50 Jahre lang einen Dornröschenschlaf führte. Zwar gab es einige hundert Gärtner_innen, die sich um die Dornen kümmerten, doch die Öffentlichkeit wusste nichts von diesem Paradies aus Beton und Schlamm. Mit dem »Offshore Campus für Städte in Transformation« wurde eine Universität eröffnet, die bestehende, gleichnamige Institutionen um einen entscheidenden Baustein ergänzt: um ein Labor in der wirklichen Welt.
Am 8. und 9. September laden wir alle ein, die sich in den vergangenen fünf Monaten in der Floating University eingebracht und sie mitgedacht haben, ob als Floating Professor_in, Studierende, Besucher_in oder Unterstützer_in, um sich gemeinsam die Zukunft dieses Ortes vorzustellen und die Zukunft der Floating University mit zu erfinden.
Sowohl zur Entwicklung des Ortes, als auch zur Weiterführung der Floating University als Lernformat, existieren bereits Überlegungen und Vorstellungen.

Der Ort

Seit das Regenrückhaltebecken zusammen mit dem Gelände des Flughafens der Stadt Berlin übertragen wurde, gibt es Pläne für dessen Umnutzung. Aber die Dornen in Tempelhof waren zu dicht. Allen Ansätzen zum Trotz hat sich das Becken bis heute erhalten. Eine geplante Bebauung wurde durch das Tempelhof Gesetz vereitelt, da das Gesetz jegliche Baumaßnahmen auf dem Feld verhindert, inklusive einer alternativen Wasserfläche, die die öffentliche Infrastruktur des Regenrückhaltebeckens ersetzt hätte. Damit wurde auch die Nutzung als dringend benötigte Sportfläche obsolet, obwohl derzeit im Flächennutzungsplan so festgeschrieben. Neuerdings gibt es auch Planer_innen, die vorschlagen, das Becken zu überdeckeln um so eine Fläche für den Bau dringend benötigten Wohnraums zu schaffen.
Wir gehen davon aus, dass wir im Rahmen des Floating Symposiums noch einige andere dringende Bedürfnisse der Stadt entdecken werden. Flächen für Schulen, Umweltbildung und außerschulische Lernorte zum Beispiel, Orte, an denen dringend benötigte Ressourcen bereitgestellt werden (z.B. Wasser, Wissen und Denkräume), oder notwendige Räume, in und an denen Künstler_innen arbeiten können,
Tiere leben und einem die Seele aufgeht.
Wie kann es weitergehen mit einem Ort, dessen bestechender Charme unbestreitbare Potenziale für vielerlei Zukunftsvisionen bereithält? Beim Floating Symposium werden wir diese Potenziale zusammentragen und Vorschläge sammeln, wie eine Weiternutzung des Regenrückhaltebeckens – ein längeres Offenhalten für alle – aussehen kann.

Die Floating University

Die Offshore Institution wird getragen von dem geballten Wissen von 25 Universitäten und dient als Basis für urbane Analysen. Als Labor für neue Arbeitsmethoden mit und gegen die Transformationsprozesse der Stadt wurde die Floating University zu einem beliebten Treffpunkt. Im Laufe des Semesters ist die Floating University eine enge Symbiose mit dem Regenrückhaltebecken eingegangen, hat die lokalen Ressourcen genutzt und weiterentwickelt. Wenn sie es nun noch schafft, eine Vision für den Ort zu hinterlassen, kann man sich auch gut vorstellen, dass sie weiterschwimmt, anderswo einen interessanten Ort zum Forschen findet und eine wachsende Gemeinde urbaner Praktiker_innen miteinander verknüpft.
Wir haben mit der Floating University nicht nur eine einmalige Struktur an einem einmaligen Ort, der das Denken über vielfältige Formen der Kooperation beflügelt, wir tragen hier nun auch eine Verantwortung: Ist es sinnvoll Ort und Universität noch eine Weile beieinander zu halten und die Transformationsprozesse hier zu begleiten?

Gemeinsam Arbeiten

Die kollaborative Arbeit an Orten und Themen, die außerhalb der eigenen Disziplin liegen oder bei denen eine Disziplin nicht ausreicht, um sie umzusetzen, fällt an der Floating University plötzlich leichter. Woran liegt das und was müssen wir daran, bei aller Hoffnung auf eine transdisziplinäre Zukunft, noch verbessern? Unsere Recherche nach neuen Strategien des Kennenlernens, nach dem Lexikon einer gemeinsamen Sprache und Methoden der Kreuzbefruchtung sind noch am Anfang.
Beim Floating Symposium wollen wir zusammen herausfinden, was noch fehlt. Wie eine Fortsetzung der Kooperation und intensivere Kollaborationen umgesetzt werden können. Wie wir weitere Wissensbereiche erreichen können, die ein Potential für unsere Arbeit an der urbanen Praxis bereithalten. Und wir wollen prüfen, wie Organisations- und Finanzierungsmodelle für die Floating University aussehen könnten.

© Daniel Seiffert. raumlaborberlin.

Teilnahme

Die beiden Tage sind strukturiert durch jeweils 45-minütige Arbeitsgruppen-Sessions. Diese beinhalten Workshops, Tischgespräche oder Spaziergänge, aber auch experimentellere Formate, wie »Deep Listening« und »Karaoke-Contest«. Die Arbeitsgruppen werden zeichnerisch dokumentiert und die Ergebnisse sofort veröffentlicht. Es gibt keine klassischen Vorträge oder Podiumsdiskussionen. In den Pausen besteht Zeit für den informellen Austausch zwischen den Arbeitsgruppen bei einem Getränk und beim vor Ort zubereiteten Essen. Zum Abschluss jeden Tages findet eine performative Zusammenfassung und eine gemeinsame Diskussion statt.
Einige Floating Professors der vergangenen Open Weeks, Studierende und Unterstützer_innen bieten thematische Arbeitsgruppen an. Grundsätzlich kann aber jede_r Teilnehmende eine Arbeitsgruppe ins Leben rufen und leiten. Ob die Arbeitsgruppe stattfindet, hängt vom Interesse der anderen Teilnehmenden ab.

Möchtest du am Floating Symposium teilnehmen und/oder eine Arbeitsgruppe anbieten?
Dann schreib uns an info@floatinguniversity.org

Wir freuen uns über jede_n Teilnehmer_in, der/die an beiden Tagen dabei ist. Weil die Anzahl der Teilnehmenden begrenzt ist, bitten wir um Voranmeldungen.

2–Tagespass, inklusive Verpflegung: 20 € / 12€

Das Floating Symposium wird gemeinsam mit dem ZKR – Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum und der Hans Sauer Stiftung veranstaltet.

8. – 9. September, jeweils 11 – 20 Uhr